Igel auf der Roten Liste
- waldessaum-block4
- 16. März 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Weltnaturschutzunion IUCN setzt erstmals den westeuropäischen Igel auf die internationalen Roten Liste als "potenziell gefährdet". Laut Angaben der Organisation ist ihr Bestand in den letzten 10 Jahren um bis zu 33 Prozent zurück gegangen.
Das Problem sei der Mensch, so die IUCN: “Insbesondere die Zerstörung seiner Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft, Straßen und Stadtentwicklung, Unfälle und Mähroboter führt zu einem Rückgang des westeuropäischen Igels”, heißt es.
Igel müssten besser geschützt werden.
Deshalb sind Kleingärten für den kleinen Stachler wichtig.
Jeder kann einen Beitrag leisten, um den Igel und die Biodiversität vor unserer Haustür zu schützen.
Versteck Möglichkeiten bieten
Ein artenreicher Naturgarten bietet Igeln ausreichend Nahrung, um sich ordentlich Winterspeck anzufressen.
Unterschlupf schaffen: Ein Laubhaufen mit ein paar Ästen reicht oft schon, wilde Ecken im Garten, Komposthaufen und Totholz. Extra aufgestelltes Igelhäuschen werden gerne angenommen.
Ein Igelfreundlicher Garten ist reich an Strukturen wie Blumenwiesen, Hecken und Stauden. Ideal ist auch eine kleine wilde Ecke im Garten, in der die Natur wachsen darf und zum Beispiel ein Dickicht bilden kann. Dort findet der Igel Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Nistmaterial.
Igel die Möglichkeiten zur Bewegung bieten
Zäune mit kleinen bodennahen Durchgängen (10 mal 10 cm) ermöglichen den Igeln die freie Bewegung. Sein Revier erstreckt sich über mehrere Gärten. Mit kleinen Durchgängen gibt man ihm die Möglichkeit sich frei zu bewegen und genug Nahrung zu finden.
Ein wenig Unterstützung wird gern angenommen
Besonders im Sommer freuen sich Igel über flache Schalen mit Wasser. Bitte keine Milch die vertragen Igel nicht und können schwer daran erkranken.
Igel sind reine Fleischfresser. Futter sollte aber nur im Frühjahr oder Spätherbst angeboten werden. Getreidefreies Katzenfutter, ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügel, angebratenes Hack oder hochwertiges Igelfutter können bedenkenlos angeboten werden.
Gefahren vermeiden
Schwimmbecken abdecken, in Teiche eine Ausstiegsmöglichkeit schaffen damit Tiere es schaffen aus eigenen Kraft das Gewässer zu verlassen, Laubsauger und Mähroboter meiden – sie verletzen die Tiere und nehmen ihnen Insekten als Nahrung.
Umsichtiger Umgang mit Chemikalien und Schneckenkorn im Garten
In einem naturnahen Garten haben Chemische Dünger, Insektizide, Pestizide und Schneckenkorn nichts zu suchen. Sie greifen in das empfindliche Ökosystem ein und nehmen somit die Nahrungsgrundlage der Igel.
Wer trotzdem nicht drauf verzichten möchte sollte auf Igelschonende Produkte achten.
Produkte mit Metaldehyd sind bedenklich für Igel, Hunde und Katzen. Der Wirkstoff kann in ausreichend hoher Menge giftig sein.
Alternative wäre Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat. Es gilt weniger gefährlich für Mensch und Tier, ökologisch sinnvoll, das natürliche Mineral zerfällt zu Pflanzennährstoffen.
Wer Schneckenkorn im Garten einsetzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass es auch für nützliche Schnecken giftig ist wie die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke oder den Tigerschnegel, eine räuberisch lebende Schneckenart, die Nacktschnecken jagt.
Igelsichtungen melden
Auf der Seite nabu-naturgucker.de ´können Igelsichtungen oder auch Totfunde ganzjährig gemeldet werden.
Im Jahr 2025 gibt es wieder zwei Meldezeiträume für die Mitmachaktion „Deutschland sucht Igel & Maulwurf“. In der Zeit vom 16.-26. Mai und vom 19.- 29.September können Igelsichtungen (Maulwürfe) dokumentiert werden.
Die Beobachtungen geben einen besseren Überblick über den aktuellen Status des westeuropäischen Igels.




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